wörter als schiffe

Gedichte aus den Jahren 2014 - 2016


frei zur Verfügung - unter Angabe der Autorin

das Copyright liegt bei ihr



freiheit blüht
an den grenzen

ihre kräuter pflückst du
wie sie dir wachsen

ihre früchte reifen
von allein

du erntest sie
mit leichter hand

nichts braucht es
als das lassen und

das ungesehene
aber ersehnte
wird

es ist
ein wunder

  *



der tod ragt
aus mir

mondlos die nacht

ohne fallen
von schnee

im morgengrauen
die gewissheit

es ist sterben

das immer dichtere
leben

  *



lichtbrand

wo liege ich

die wolkenwirbel sind
keine liederwiege

wann stehe ich auf

bei geigenwind
und glockengewitter

wohin gehe ich

nach dem felsenruf
und schneeorgelsturm

wer bin ich

im traum
von nichts

  *



nach
der doppelstämmigen buche
und dem grenzstein
hinauf
ins land der vögel
die hundert namen des schnees
zu lernen
bei der eibe
zweigt der weg ab
führt steil
zu den ersten buchstaben
des geheimnisses
aus jeder richtung
necken mich die raben
meine sinne verwirren sich
ich lache
und stehe wieder beim grenzstein
der doppelstämmigen buche
kreist noch
der atem des schnees
in meinen gliedern

  *




wir trinken sie
die dunkelheit
wie wein

zählen
die sterne

begegnen
gestalten

meist aber
jahrzehnten ohne luft

  *




wüstenstrich unter
der mondbahn

mit karawanenzügen
am horizont

das bergmassiv
verdunkelt im süden

die schläfer
versteckte gletscher
und vulkane

der wächter ahnt

es wird ein tag aus
feuer und eis

  *



1

in die waldbucht
eingegossen
liegt ein schiff
vor anker
weitab derer meere
und regt sich nicht

ich stehe
an der reling
die augen
auf den schwingen
der luft
zu den hügeln
steinerner riesen

wird das schiff
das ziel erreichen
ich weiss es nicht
kenne ich doch
keinen seiner träume


2

ausgerechnet
in dieser gegend
sei das schiff einst
aufgelaufen

ob fels ob baum
es ziehen lassen
muss der wind
erst erzählen


3

dieses schiff liegt
im zauberkreis
entgrenzender wunder

ich höre ihren ruf

und komme an
bei stein und sein


4

wolkenrasen jagt
das schiff davon

es bäumt sich auf
in der wellenwucht

an den küsten
züngeln flammen

zünden
letzte nachtgeister
an

und den morgen
gross und lautlos

  *




1

mit geschnürten schuhen
auf dem feldweg
ostwärts
zum schlehdorn
rechts
durch den wald
geradeaus
zum horizont
dem birkengrün
dort


2

nach dem willen des laubs
zu den wörtern gewandert

einen tisch unter den birnbaum
gestellt und

auf das knospen
der sätze gewartet

  *



wildpferdchen versteckt
im inselland der hundert hügel

schaumspur durch lichtspindeln
du schöner mond über pupnat
dem dorf mit räuberblut

die lindenallee von blato
bin ich gegangen
doch erst in deinem schaumwurf
trinke ich
von deiner salzsprühenden weite

wir brauchen ewigkeit
das alte licht der sterne

  *



UNTERRICHT

1

das lodern im westen
lehrt mich die liebe
bis ein neuer tag durch
den türspalt drängt


2

begrabe
deine gewissheiten

die unsicherheiten
lege sie
an die glühende sonne

atme mit diesem berg
werde wolke


3

sieh dort den blauen vogel
er hat das eis überwunden
steigt auf über den wiesen
mit langem leben trotz schnee


4

bleibst du dieselbe

bist du noch da
wenn ich komme

antworte erst
wenn du mich
erkennst

  *




sternengeläut

in der letzten nacht
bei ziegen und käuzen
ist das ja
das wort für abschied

  *



1

ohne wortblitze
bin ich jenseits
von donner und heimat
ungeschützt
im rollen der welt


2

bin winterknochen
in momenten des raubs
und frage

wie gelange ich zum
innersten der erde

mich zu wärmen vor
dem langen schlaf


3

vielfarbig
wächst am meer
mein herz heran

atmet
mit dem wasser

lacht
mit den fischen

bricht auf
zu den küsten

  *



PASTICHE

hier wächst efeu mit pfiff. der dackel fifi ist kein weihnachtsgeschenk und kein osterhase. frau kocher teilt diese ansicht. und der mann – im bahnabteil gegenüber – scheint zuzustimmen. ausser wir wollten jetzt mit tintenblauen stöckelschuhen in die unvereinigten emirate auswandern. heiss soll es dort sein, viel sand und wenig wasser. der bahnhof ist kein meisterwerk. der mann nickt. sein hut rutscht ihm tiefer in die stirn. das unterlassen wir, und dem efeu schauen wir nicht länger zu. schliesslich betrachten wir den horizont von einer anderen seite. mit vorteil.


NACHGESANG 1

der schatten wurde mir vor die füsse gespült. ich konnte nichts dagegen tun, wurde nicht gefragt. spirit to go. je grösser der unrat, umso heller die perlen. nur was gut verwurzelt ist, kann wachsen. schöne sätze. vielleicht helfen sie, und ich komme bedenkenlos auf besagten gipfel.


NACHGESANG 2

zu kämpfen brauche ich nicht. nur zustreben. das genüge, wird mir versichert. zumal niemand um rat gebeten hat. die maus und das meer, sozusagen, wenn sie aufeinanderprallen. und über eine lebbare zukunft verhandeln müssen. weder meine, noch deine.


NACHGESANG 3

steht keiner zur verfügung.

  *



MARTHAS TESTAMENT

als sich nach den herzgrenzen auch die kriegsgrenzen öffneten kehrte eine frau nach fünfundvierzig jahren in die heimat zurück fand das elternhaus auch das der nachbarin martha nun über achtzig

martha sperrte ihr die türe auf als habe sie auf sie gewartet führte sie ins wohnzimmer wo ihre puppe auf dem sofa thronte

ich wusste du kommst zurück sagte martha und drückte ihr bärbel unversehrt in die arme

wieder zu hause schrieb die frau einen langen brief an martha

er kam zurück mit dem vermerk empfänger gestorben

  *



BERESNIKI

sodom deine gier gomorrha deine trägheit die kraterwände senkrecht ganze viertel weg beresniki dein feuer dein gestank du zerfällst sodom vom rand zur mitte gomorrha du versinkst vor unseren augen unvorhersehbar trotz grösster kameradichte und weiter wird gefeiert weiter sich im kreise gedreht und dein reden über sicherheit sodom-beresniki und unser schweigen über die bilder gomorrha-beresniki priester und propheten werden weggeschafft zweifler und hellsichtige in den tod getrieben wir wissen wir sind verloren dennoch legen wir parks an die schönsten flecken erde wollen nicht sehen wie sich der boden wellt auch wenn nachts keiner mehr schläft weil er es hört und spürt in seinem bett das beben und rumpeln wir tanzen und kämpfen wir lachen und trotzen -

grösstes Kaliminenwerk der Udssr, Stollengänge brechen ein, Beresniki ist verloren trotz internationaler Ueberwachung

  *



FÜR DIE RAYHANEHS DIESER WELT

1

in allen städten
und strassen
such ich dich
rayhaneh
meine tochter

in allen freudenhäusern
und spielhöllen
such ich dich
rayhaneh
meine schwester

in allen kellern und
gefängnissen
such ich dich
rayhaneh
meine mutter

bei allen gefolterten
und verbrannten
such ich dich
rayhaneh
meine ahnin

hier
finde ich dich

hier
bei den ermordeten


2

meine zunge brennt
und blut verdunkelt
meinen blick
solange meine zunge
brennt
tochter
und geblendet wird
mein blick
solange
will ich schreien
tochter
solange ich blind bin
und brenne
tochter
will ich schreien
deinen tod

In Iran ist trotz internationaler Appelle eine 26-jährige Frau hingerichtet worden, nachdem man sie 5 jahre lang in der Todeszelle gefangen gehalten hatte. Die Exekution fand am 20.10.14 statt. Laut Gericht hat Rayhaneh Dschabbari einen iranischen Geheimdienstmitarbeiter ermordet. Sie selber hatte zugegeben, in Notwehr gehandelt zu haben, da der Mann sie habe vergewaltigen wollen.


  *



1

vater
ich ertrinke

mutter
ich verbrenne

geschwister
weg mit euch

mein koffer ist
leer


2

wo war gott
als sich amir
den mund zunähte

wo ist er gewesen
als sie dich kreuzigten
schwester

schreie
ehe ich gehe

zum Migrantenjahr 2015

  *



SHARA

sie
hochschwanger
mit hellem kopftuch
aus brennenden städten
auf menschenraubenden meeren
sie
nachts in geisterzügen
durch europa
mit kranken kindern
dem zerknirschten mann
sie
verliert
auf dem bahnsteig
vor feindseligen wächtern
shara
ihr drittes kind
und er
der vater
begräbt
sein herz
in harter erde

zum 7.7.14 auf dem Bahnsteig imBhf Brig

  *



vor mir das kind
das schwieg
weil es mit dem herzen
sah
und rauschen nicht
hörte

ich nahm es
in die arme
und murmelte

grösser als
das meer ist
dein herz

weiter als
sein wasser ist
dein atem

kind
ermunterte ich

sprich

  *




nach dem feuer
den aschenrock
übergeworfen
ehe ich
auf den altären
des wahnsinns
geopfert werde
und schreie
hofft ihr toten
hofft!

  *



am mohnberg
regenstimmen
alterslos

todähnlich
unser schlaf

wecken uns
wind und sonne
zum gebirg
der roten gegenwart
fragen wir

wie wird der tag
in den ketten
unseres traums

  *



im krähental dunkelt
der fluss

sommer wars
er ruderte mich zu
den hellsten plätzen

wir glitten über wolken
banden wassergras

nun bleibt mir nichts
als ein boot
unter uferbäumen

  *



BLUTMOND

1

starenstürme vor der sonne

was
nach dem schmetterlingstal
und seinen gedichten
begehrt mein herz

öffne die flügel wie
es der wind verheisst
höre ich eine stimme


2

sei nicht traurig wenn
der mond aufgeht wie
eine geplatzte frucht

du tanzest nicht
mit dem tod

sei furchtlos

dieser mond kommt
erst in neun
und neun jahren
wieder

  *



am ende der gärten zu den weiden von eseln und pferden den schwalbenschwärmen dort die aus der luft das letzte septemberfutter pflücken um weiter zu ziehen südwärts zu stärkeren sonnen dem bergtod vielleicht mit wissendem herzen einer anderen heimat

  *



schnee
wölfe und
hunger
rundäugig das
entsetzen
über den biss
schmerz rot
tropft auf
die eis
spur wie
weit noch
zum leben

  *



DEIN SOHN

1

abend mit fallwinden
weissen feuern über
der wasserscheide
dem scheitelpunkt
des verständnisses

der flug des adlers wird
gegeben und genommen


2

auch wenn sein gesicht
aus deinem fleisch
geschnitten wird
erscheint es
in allen spiegeln gleich
und im weinen des gesteins
bleibt unlöschbar sein name

  *



das leben lächelte
als es mich erschuf

ich war geliebt
von anfang an

kind der engel
und geistwesen

nun
öffnen sich
meine augen für
den glanz des seins

ich lebe im tod

und kein buchstabe fehlt
mich dem neuen licht
entgegen zu wehen

  *



farbe ist die musik des sehnens
un saut dans le vide
and a happiness without constraint
unschuld ist es
nécessaire à la création
of god between you and me
jetzt erst recht
que la terre se fait brûler vive

  *



the weather's changing
rotgelbfärbung des laubs
ambroisies et miels coulent dans mes veines
but look! the cats are hunting
lautlos an den fenstern vorbei
et jamais les proies ne se plaignent

  *



1

streams of light in the realms of calm
je me réapproprie le souffle
ein heimholen des atmens ists
ways and ways of dust
qui retrouve enfin son corps
im sein


2

parfois
no one sees
die regenbogentreppen
parfois
no one chooses them over
die angst vor dem sturz
parfois
no one builds them -
hier sind sie


3

die grenzen sie wachsen
et moi l'animal
can feel them everywhere
wer also baut mir
des ponts dans les nuages
to cross them joyfully

  *



diesen vorstoss der liebe
un saut de ta part
inexplicable yet bold
dir schreibe ich ihn zu
mon amour de minuit
aiming my thriving
von morgen
c'est à toi que je dois
this growth to peace

  *



amour ne traverse pas cette rivière
die alten stimmen verschwinden
and no one to guide you

le passage est trop étroit
auch der des schnees
and the path of roses

ne traverse pas
ich flehe dich an
don't cross it my love

  *



as if nothing
était dans l'air
noch am boden
that would befall us
et nous écrase
mit allen todesarten
we go on
vers ce que nous fuyions
mit allen kräften
towards the end

  *



1

gelée de roseaux mais
malgré l’épaisseur du jour
des moutons pâturent le ciel
et sous un soleil incrédule
je me vois faire taire
dans ces champs
les fureurs de l’hiver
alors
au pied d’un saule
devant mon livre vide
j'attends


2

guidée
par la mémoire
de l’eau
avec mon voilier
de plume
je quitte
les sables arides
et amarre
à la terre ferme
des pages blanches


3


couchée dans l’herbe
je trie les lettres
par soleils montant
choisis
les pousses rares
emporte
les graines drues
futur semis pour
mon jardin de mots

  *



le goût des mots
leurs saveurs de fruits

ma faim ne s’attarde pas
aux passages de cendre

mais
se plie aux lectures
du ciel hors-temps

  *




symphonie pour pivoines
avec ses orchestres de rose

une sonorité de senteurs
en notes douces

voici le mouvement pour
les milieu de la nuit

suis-je à l'écoute
de l'indicible

je ne sais

car voici la fugue
de blancs qui
invoque un silence
neigeux

  *


1

il y a très longtemps
j’ai connu un moissonneur de mots
qui en rêve me soufflait ceci

...

depuis
aux petits matins
sur ma table de travail
je trouve quelquefois
une corbeille remplie
de lettres

jour après jour
je les assemble
sans jamais atteindre
la sagesse
du vieux glâneur


2

translucide
je suis une âme
en suspension

offerte à la béance

pour toucher sans efforts
à l’éclosion des mots

  *



et vous là-haut
citoyens célestes

déposez
dans les sillons
vos signatures

messages pour nous
en manque de rêve

et vous là-bas
peuplades de l’air

ouvrez les bras
à la danse des plumes
et des écrits

  *



juste
à côté de moi subitement
elle s’accroche
à une branche de bouleau
saute et s’élance
par-dessus l’herbe
verte
se balance enfant nonagénaire
au-dessus du filet d’eau

est-ce la branche qui lâche
ou sa main

maman n’est plus

  *



1

maman

je vois
des cerisiers en fleur

une brise se lève

ton tombeau
couvert soudain
par une neigée
de pétales
tel un signe
de ton âme


2

je nous vois
au pieds de l'arbre

la vue imbue
de larmes

le coeur léger

nous te savons dans
l'invisible présent

maman

  *



1

déjà le froid
ourle ton manteau

la pluie fouette
tes pieds

où vas-tu ainsi
t’habillant d’orages

attends-tu un oiseau
ou la lune

pour te guider
vers un âtre allumé


2

du plus profond sommeil
j’ai entendu
battre ton coeur
de noyée
me penchant ahurie
par-dessus ta tombe
de vagues vides

te sauverais-je
le pourrais-je


3

je n'ai jamais vu
ces paysages
ni parcouru
leurs ondes
ici
la fenêtre de l’eau
se ferme sur le bleu


je n’ouvrirai plus
la porte des écumes

et du ciel creux
s’élancera mon cri
d’adieux

  *



toi
fleur de l’âge
soleil de mes heures

les nuits ne me rongeront plus
puisque tes étoiles se poseront
sur mon lit

et dans tes yeux
je trouverai la force
que j’ai vue sur le visage
de ma soeur la mort




1

devant nous
le ciel happe les images
et ta peau
se fige sous la mienne

serions-nous
à la naissance du jour
prisonniers des astres

ne me réponds
mon amour déchu


2

rien
qu’une illusion peut-être
ton départ
mais pour ma chair
encore frémissante
je sais toute inspiration
happée par le gel

comment alors
vais-je répondre
à l'oiseau de printemps

  *



1

toi
mon féroce
les pattes déjà
sur mon épaule
mais
je t’échapperai
toi
ma brillance
je te fuirai
juste avant
l'évanescence

2

mais alors
parmi les ombres opalines
tes lèvres ne fleuriront
plus jamais
je ne possèderai
ta bouche
et me consumerai
dans mes désirs de feu


3

fin du temps de caresse

mots aux larmes d’encre
sans bruit

entre mes cuisses
plus qu’un silence de draps

  *



début et fin
se joignent à mes pas

avant la neige je t'écrirai
le silence des arbres

serons-nous emportés
par des lunes inconnues

je ne sais
mais t'écrirai

l'herbe qui sévit
sous nos pas

pour tous les fugitifs

  *



1

cette nuit-là j’ai juré
les rebelles de la mer
se lèveront et crieront
et chanteront


2

ces fières nées des vagues
hurleront

même abattu
un arbre fleurit
donne naissance
aux fruits

pour les Méditerannéennes rebelles

  *



PÊCHES RAPACES

1

roulement de chaînes
orchestré par le vent

je réponds à l’appel de l’eau
fouille ses mystères
pour y entendre peut-être
un dernier tonnerre
requiem pour un poisson
fendant le vert sans fond


2

à l’ouest de la terre
m’ouvrant
au souffle océanique
je succombe
aux brûlures de sel

ou de brailler
ou de me taire
je ne peux
pour toi
léviathan
puisque
comme toi
je suis jetée
à la mort

  *




FUKUSHIMA

1

sous les pluies
les toits s’enroulent

c'est
le froid des fleurs

beauté tout autre
que l'origine des bourgeons


2

les arbres ne font qu’un
avec la tempête

il n’y a plus
de promesses
pour les feuilles

mais quémandons
à la mort des pétales
les tourne-vents


3

veillée en terres nucléaires
à décliner des vocables mortels

dans les dunes du cauchemar
mais nous
condamnés à l’astre noir
devons tambouriner

à quand le réveil
pour quel demain

  *



AU PARC

un enfant court
plus vite que son désespoir
et s’élance
sa main frôle la ficelle
mais le vent pousse
le ballon haut
plus haut encore
d’un oeil sec
le gamin voit
son trésor s’envoler
alors du banc
une vieille se lève
prend le môme
par l’épaule
ensemble
ils se dirigent vers
un marchand de glace
le bambin se met
à rire à pleurer
et la vieille sait
qu’elle a bien fait
d'oublier
sa propre douleur

  *



leurre rien qu’un leurre
la nuée d’oiseaux
avec leurs pointes d’ailes
juste au-dessus des raisins
tout en largesse de feuilles
là où subitement
s’ouvre une mer fruitée
dont les étourneaux
peut-être t’apporteront
une goutte d’or mûr

  *



pluies rougeoyantes

déjà
le soleil frappe ses douze coups

descends en toi-même
cherche

le sourire à la croisée des mondes

là où les pierres s’arrondissent
trouve

une fleur pour la faim de tes yeux

  *



l’été s’en va
sans laisser de message

tu sais que ses silences
sont trop grands pour toi

puiserais-tu
dans la lumière de l’herbe
tu resterais sauvage qui sait
sous le règne des lunes
à venir

  *



qui ne sombrerait pas
dans le repli des ombres

cousues à nos coussins
du soir

les nuits arrivent
sans songes

et s’ouvrent aux chapitres
de larmes

le silence des cloches
rappelle la mort

tels sont les obstacles

même si l’éternité y
creusait son nid

  *



toi
petite âme

aimée du souffle
et marquée par
son baiser de feu

toi
ailée
vole infatigablement
vers lui qui t’attire
et te porte là où
toi aussi
deviendras souffle

sur ton dos je me pose
à ton cou je me serre

  *